Max Ernst Gesellschaft e.V.

1937 - Perfektion und Zerstörung

Besuch der Ausstellung in der Kunsthalle Bielefeld

Im Vorwort des umfangreichen Katalogs zur Ausstellung 1937 – Perfektion und Zerstörung schildert Thomas Kellein, der Direktor der Kunsthalle Bielefeld, die Wirkung, die 1937 enstandene Kunstwerke schon seit langem auf ihn ausüben, z.B. die Versionen von Max Ernsts „L´Ange du Foyer“, Werke von Rothko, Dali, Magritte. „Die Traurigkeit aller genannten Gemälde erweckte in mir das Gefühl, dass man als Museum verpflichtet (ist), unser tragisches Verhältnis zur Moderne im Sinne des nationalistischen Todesstoßes im Jahr 1937 zu überprüfen.“

Unterstützt von zahlreichen Mitarbeitern, hat er für die Ausstellung 1937 – Perfektion und Zerstörung rund 400 Werke zusammengestellt, die die Auseinandersetzung zahlreicher deutscher und ausländischer Künstler mit dem Faschismus dokumentieren. Besonders ergreifend die Tatsache, dass enteignete und von den Museen wieder zurückerworbene Bilder gezeigt werden konnten, darunter auch solche, die 1937 als „entartete Kunst“ gebrandmarkt worden waren. Aufrüttelnd auch viele Werke, die die drohende ZERSTÖRUNG sehr deutlich machen, wie z.B. Anton Räderscheidts „Apollo und Daphne“ (1936/37), Pankoks „Liquidiert“ (1937), Magnus Zellers „Der totale Staat“ (1938), André Fougerons „Gemartertes Spanien“ (1937), Francis Picabias „Die Spanische Revolution“ (1937) oder „Doppelte Realität“ und „Die Entdeckung des Feuers“ (beide 1936) von René Magritte. – Verglichen mit diesen Schreckensvisionen erhalten die in der Abteilung „Kunst im Nationalsozialismus“ gezeigten Werke einen völlig anderen Stellenwert, ihre PERFEKTION wird beängstigend.

Max Ernst schrieb zu seinen Fassungen von „L´ange du foyer“: „Ein Bild, das ich nach der Niederlage der Republikaner in Spanien gemalt habe, ist der „Hausengel“. Das ist natürlich ein ironischer Titel für eine Art Trampeltier, das alles, was ihm in den Weg kommt, zerstört und vernichtet. Das war mein damaliger Eindruck von dem, was in der Welt wohl vor sich gehen würde, und ich habe damit recht gehabt.“ (Katalog, S. 420).

Rückblick