Max Ernst Gesellschaft e.V.

HEINRICH HOERLE –
ZEITGENOSSE VON MAX ERNST IN KÖLN
Vortrag Klaus Heuser

Im Rahmen der von Mitgliedern der Max Ernst Gesellschaft erstellten Vortragsreihe referierte Klaus Heuser, Mitglied im Vorstand der Gesellschaft, über Heinrich Hoerle (1895 – 1936), der zwischen 1912 und 1922, der „Kölner Zeit“ von Max Ernst, vielfach mit diesem künstlerisch kooperierte, z.B. 1912 im Gereonsclub und bei der Sonderbundausstellung. Auch die Zeitschriften „Die Schammade“ und „Der Ventilator“ sind Produkte dieser Zusammenarbeit und im von Hoerle gegründeten Schlömilch-Verlag erschien 1920 Max Ernsts berühmte Graphik-Mappe „Fiat Modes“.

Die Erschütterungen des 1. Weltkrieges wirkten sich auf Heinrich Hoerle ebenso verheerend aus, wie auch auf seine Freunde, unter ihnen neben Max Ernst vor allem Wilhelm Seiwert und Anton Räderscheidt. Sie trafen sich in der Protestbewegung des Dadaismus, entschieden sich aber dann für sehr unterschiedliche neue Wertsetzungen. Hoerle fand seine geistige Heimat im dezidierten Sozialismus. Künstlerisch war er dem Konstruktivismus verpflichtet, den er in seinen Arbeiten konsequent fortführte und den er – wie überhaupt seine Kunst – vielfach in den Dienst politischer Aussagen und Forderungen stellte. Auf die politische Entwicklung in Deutschland ab 1933 reagierte er, indem er sich während der letzten drei Jahre vor seinem durch Tbc bedingten frühen Tod völlig zurückzog.

Im Anschluß an den interessanten Vortrag wurde die Zeit nochmals lebendig durch den Bericht eines Teilnehmers über Eintragungen Hoerles ins Gästebuch seiner Eltern. Karin Franssen, die 2. Vorsitzende der Max Ernst Gesellschaft, betonte zusammenfassend, dass Zusammenarbeit und Zusammenhalt der jungen Künstler in den 20er Jahren sehr intensiv gewesen mußten in jenem Kölner Stadtteil, in dem Hoerle im Haus seiner Eltern in der Erftstraße lebte. Max Ernst, seine Frau Louise Straus-Ernst und Sohn Jimmy wohnten nicht weit davon entfernt am Kaiser-Wilhelm-Ring 14, gegenüber dem Brunnen „DerVater Rhein“. Zahlreiche andere Künstler nutzten ebenso wie die Ernsts Mansarden am Hansa-Ring und Kaiser-Wilhelm-Ring als Atelierwohnungen. Man traf sich vor allem in der benachbarten Gereonstrasse, im Gereonsclub „um die Ecke“.

Rückblick