Max Ernst Gesellschaft e.V.

DADAMAX IN KÖLN UND PARIS

Selten war Max Ernst so präsent wie bei der Matinée der Max Ernst Gesellschaft am 6. März 2005 in der Galerie am Schloss!

Zunächst erinnerte Dieter H. Gerhards, der 1. Vorsitzende der Gesellschaft, daran, dass an genau diesem Tag vor 25 Jahren, also am 6.3.1980, das Max Ernst Kabinett eröffnet wurde. Er begrüßte herzlich Dr. Wilhelm Josef Schumacher und zitierte aus einem von Max Ernst an diesen gerichteten Brief: „Dass Ihr neues Informationszentrum“ (gemeint ist das Kabinett) „ die MAXIMILIANA in ihren Bestand aufnimmt, empfinde ich selbst als eine Ehre.“ Die Tatsache, dass der Künstler weitere Objekte in Aussicht stellte, die er dann Dr. Schumacher bei dessen Besuch in Seillans im Januar 1969 für das Kabinett mitgab, damit, so Max Ernst, „sie sich „zu Hause“ fühlen werden“, läßt darauf schließen, dass er heute auch mit dem neuen Museum als Haus für seine Kunst hoch zufrieden wäre.

Auch während des kenntnisreichen und anschaulichen Vortrags von Dr. Jürgen Pech schien Max Ernst in dadahafter Weise präsent zu sein. Der Referent vergegenwärtigte die kämpferischen Jahre von 1919 bis 1922 durch zahlreiche Aussagen des Künstlers, von denen vor allem folgende die Zuhörer beeindruckte: „Kein Taucher weiß vor seinem Sprung, was er zurückbringen wird. Ebenso sucht sich der Maler seine Sujets nicht aus.“ In Verbindung mit der Interpretation des Taucherbildes „Aquis submersus“ (1919) wurde deutlich, welchen Stellenwert der Zugang zur Realität und der Umgang mit erlebter und erdachter Wirklichkeit schon in der Kölner, noch intensiver in der Pariser Zeit von Max Ernst hatten. Dada wurde in diesem Vortrag als ebenso witziger wie ernst zu nehmender Zugang zur Kunst erfahren. Als dann die Beleuchtung am defekten Vortragspult streikte und der Referent in bewunderswerter Gelassenheit dank hilfsbereit zur Verfügung gestellter Taschenlampen seinen Vortrag fortsetzte, mutmaßte mancher Zuhörer, der große Max habe seiner Fan-Gemeinde von hoch oben her einen kleinen Streich spielen wollen. Treffend schrieb anschließend ein Mitglied ins Gästebuch der Max Ernst Gesellschaft: „Ein dadaistischer Morgen. Vielen Dank!“

Rückblick