Max Ernst Gesellschaft e.V.

KOMPONIERENDE ZEITGENOSSEN VON MAX ERNST

Als die Programmgestalter der Max Ernst Gesellschaft für 2005 das Jahresthema MAX ERNST IN SEINER ZEIT festlegten, suchten sie u.a. auch nach Möglichkeiten, den verschiedenen künstlerischen Impulsen nachzuspüren, die dem großen Maler und Bildhauer begegnet waren. Hier schien vor allem die Musik ein wichtiger Bestandteil zu sein. Daher begrüßten Dieter H. A. Gerhards und Karin H. Franssen es sehr, dass Bernhard F. Schoch anbot, in der von ihm geleiteten Kunst- und Musikschule Brühl Dozenten zu finden, die Werke komponierender Zeitgenossen von Max Ernst im Rahmen eines Benefizkonzertes aufzuführen bereit waren.

Der Plan wurde in wunderbarer Weise realisiert: Im sehr ansprechend gestalteten und durch die poetischen Bilder von Sylvianna Scholtyssek wunderbar belebten
Aufführungssaal des Max Ernst Museums boten die Künstler moderne Musik in hoher Vollendung. Mit Willy Giefers Komposition in Anlehnung an das Gedicht „täuscht mich das trommelfell“ von Max Ernst führten Elmar Frey, Andreas Hilner und Raimund Lintzen souverän ihre Zuhörer in Klangwelten, die vielfach zunächst erstaunten, bald aber einen magischen Reiz ausübten. Johannes Götz brillierte anschließend mit den „Souvenirs de Chopin“ von Arthur Honegger. Francis Poulenc wurde mit der „Sonate für Klarinette und Klavier“ von Andreas Hilner und Bernhard Schoch überzeugend präsentiert. Auch die „Sonatine für Trompete und Klavier“ von Jean Francaix begeisterte mit demTrompeter Karel Jockusch und Schoch am Flügel. Den fulminanten Abschluß bildete Maurice Ravels „Sonate für Violine und Klavier“, die Irmgard Zavelberg, Violine, und Michael Allan, Klavier, kongenial und mit viel Verve interpretierten.

Die gut besuchte Matinee riß die Zuhörer zu Begeisterungsstürmen hin. Witz und Qualität der mit viel Sachverstand ausgesuchten Kompositionen, aber auch die hervorragende Musikalität der Interpreten nahmen die Zuhörer gefangen und nahmen sie ein für eine musikalische Formensprache, die, ähnlich wie auch die Kunst von Max Ernst, zunächst verunsichert, dann aber den, der sich auf sie einläßt, in seinen Bann zieht.

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